Ein Kind hält eine Flasche in der Hand und steht vor einem offenen Kühlschrank.
So finden Lebensmittel den richtigen Platz in der Küche

Richtig lagern

Quelle: AdobeStock/Eléonore H

Lebensmittel richtig lagern ist eine Wissenschaft. Denn unterschiedliche Lebensmittel haben unterschiedliche Anforderungen. Nicht immer ist der Kühlschrank die beste Wahl. Wer sich in Sachen Lagerung richtig auskennt, kann seine Lebensmittel länger haltbar machen. Wo und wie du Milchprodukte, Brot, Nudeln, Fleisch sowie Obst und Gemüse am besten lagerst, verraten wir hier.

Nicht alle Lebensmittel mögen es gleichermaßen kalt, warm, trocken oder feucht. Falsch gelagert, verlieren Nahrungsmittel schneller an Geschmack oder verderben. Um das zu vermeiden, bedarf es neben einer Grundausstattung an Behältnissen auch der notwendigen Kenntnisse in Sachen Lebensmittelaufbewahrung. Wir haben dir die wichtigsten Informationen hierzu kurz und knapp zusammengestellt. 

Brot und Backwaren

Um Brot länger aufzuheben, sollte es vor dem Austrocknen geschützt sein – zum Beispiel in einem Brotkasten oder Tontopf mit Deckel. Viele lagern Brot allerdings in einer Kunststofftüte. Der Nachteil: Frische Brote werden in der luftdichten Verpackung besonders schnell weich. Bewahre knusprige Backwaren zum baldigen Verzehr daher luftig auf – beispielsweise in der Bäckertüte. 

Doch nicht nur durch Austrocknen verdirbt Brot. Wenn die Umgebung zu feucht ist und die Luft nicht zirkulieren kann, steigt die Gefahr, dass sich Wasser ansammelt und Schimmel bildet. Schnittbrot bietet Schimmel mehr Angriffsfläche. Kaufe daher lieber Brot am Stück. Im Brotkasten herumliegende Krümel fördern die Schimmelbildung zusätzlich. Entferne diese alle paar Tage und wische den Kasten mit Essigwasser aus. Bei feuchtwarmem Wetter kann Brot notfalls auch mal im Kühlschrank deponiert werden. Gerade Weißbrot ist dann besser vor Schimmel geschützt. Roggenhaltige Backwaren werden bei zu kühlen Temperaturen hingegen schnell altbacken. Im Zweifel können Brot und Brötchen auch ganz problemlos eingefroren und später wieder aufgebacken werden.

Milchprodukte

Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den Kühlschrank. Die Faustregel: Gut verschlossen und am besten originalverpackt, fühlen sich Milchprodukte im mittleren Bereich des Kühlschranks am wohlsten.

Käse mag es luftig und feucht, jedoch nicht zu kalt. Im mittleren Fach des Kühlschranks herrscht die optimale Temperatur. Damit sich Gerüche nicht vermischen und Edelschimmel nicht auf Hartkäse übergreift, verpacke jeden Käse separat, zum Beispiel in Butterbrotpapier.

Auch Parmesan ist in ein Stück Papier oder ein Leinentuch gewickelt länger haltbar. Ein wenig weißlicher Schimmel ist kein Grund für die Tonne. Schneide die befallene Stelle einfach großzügig weg, den Rest kannst du getrost genießen.

Käse am Stück kannst du bis zu drei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Damit er saftig und lecker bleibt, tränke ein sauberes Geschirrtuch in Salzwasser, wringe es gut aus und schlage den Käse darin ein. Diesen Vorgang solltest du möglichst alle zwei Tage wiederholen. 

Käsescheiben oder Frischkäse wollen innerhalb einer Woche gegessen werden. Sie trocknen bei geöffneter Verpackung schnell aus und verlieren ihr Aroma.

Milch gibt es in verschiedenen Sorten zu kaufen. Es gibt unterschiedliche Verfahren, die die Haltbarkeit der empfindlichen Milcherzeugnisse verlängern. Beispielsweise wird Milch wärmebehandelt, also pasteurisiert, und Schmelzkäse mit Konservierungsstoffen versetzt. Sauermilchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch sind fermentiert: Bakterien und Pilze säuern die Milch an und machen sie haltbar. Der Grad der Wärmebehandlung entscheidet über die Haltbarkeit:

Milch Eigenschaften Haltbarkeit
Vorzugsmilch Unbehandelte, nicht erhitzte Milch direkt von zur Vermarktung zugelassenen Bauernhöfen Kurze Haltbarkeit; Geöffnet: 2-3 Tage
Frischmilch Pasteurisierte Milch Gekühlt: bis zu 6 Tage; Geöffnet: 2-3 Tage
H-Milch Ultrahoch erhitzte Milch Ungeöffnet: 8 Wochen auch bei Zimmertemperatur; Geöffnet: 2-3 Tage
ESL-Milch Frischmilch mit verlängerter Haltbarkeit Ungeöffnet und gekühlt: 3 Wochen; Geöffnet: 2-4 Tage

Nudeln und Spätzle

Frische Teigwaren wie Nudeln, Spätzle und Gnocchi sind sehr keimanfällig. Gut gekühlt halten sie im Kühlschrank drei bis vier Tage. Nudelreste solltest du im obersten Kühlschrankfach aufbewahren. Dort halten sie ein bis zwei Tage. Indem du die gekochte Pasta in geschlossenen Behältern aufbewahrst, gehst du sicher, dass die Nudeln nicht hart werden.

Damit sich die Pasta möglichst lange hält, achte darauf, die Nudeln nur so lange zu kochen, bis sie bissfest sind. Wenn Spätzle und Gnocchi oben schwimmen, weißt du, dass sie fertig sind. Nach dem Kochen lässt du die Nudelreste am besten zwei bis drei Stunden auskühlen. So bildet sich später kein Schwitzwasser, das die Pasta matschig macht. Lass nach dem Kochen kurz kaltes Wasser über die Nudeln laufen, damit deine Pasta nicht zu einem Klumpen verkleben oder lass sie auf einem geölten Backblech verteilt auskühlen.

Getrocknete Nudeln sind mindestens bis zu einem Jahr haltbar. Wichtig ist, dass du sie bei Raumtemperatur, trocken und gut verschlossen lagerst. Der Grund: Wie andere Trockenwaren – beispielsweise Mehl, Müsli oder Tee – sind sie besonders anfällig für Schädlinge, wie zum Beispiel Motten.

Fleisch und Wurst

Fleisch und Wurst sind leicht verderbliche Lebensmittel und gehören somit direkt nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Im Sommer solltest du das Fleisch auch schon auf dem Weg nach Hause kühl transportieren: hier bieten sich Kühltaschen oder -boxen an. Auf einen Teller gelegt und mit Klarsichtfolie abgedeckt, bleibt rohes Fleisch im untersten Kühlschrankfach am längsten frisch. Achte darauf, dass der Fleischsaft nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt, da sich darin Bakterien sammeln können. 

Was für Fleisch gilt, ist auch für die Wurst nicht verkehrt. Angebrochene Gläser mit Kochwurst gehören genauso in den Kühlschrank wie Brüh- und Rohwurstaufschnitte. Nutze hierfür im Idealfall die unterste Ebene deines Kühlschranks. Generell empfiehlt es sich, Wurst lieber in kleinen Mengen zu kaufen, und zeitnah zu verbrauchen. 

Wie lange rohes Fleisch und Wurst bei guter Aufbewahrung haltbar sind, ist abhängig von der Fleischsorte:

Fleischsorte Haltbarkeit
Rindfleisch 3-4 Tage
Schweinefleisch 2-3 Tage
Geflügelfleisch 2 Tage
Hackfleisch 1 Tag, gegart: 2 Tage
Aufgeschnittene Wurst 3 Tage
Wurst am Stück 6 Tage

Obst und Gemüse

Fast alle Gemüsesorten sind kühlschrankverträglich, nur Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis sollten lieber nicht so kalt lagern.

Schwieriger ist es beim Obst. Manche Obstsorten bewahren ihre Frische und Vitamine nur gut gekühlt in einer offenen Plastiktüte, andere reagieren empfindlich auf Kälte. Es gilt die Faustregel: Heimisches wie Apfel, Kirsche oder Zwetschge können kühl lagern, Exotisches wie Mango, Banane oder Zitrusfrucht gehört nicht in den Kühlschrank. Ausnahmen: Feigen und Kiwis. 

Einige Obst- und Gemüsesorten entwickeln mit der Zeit das Reifegas Ethylen. Dieses sorgt dafür, dass anderes Obst und Gemüse in der Nähe schneller altert und verdirbt. Zu den besonders starken Ethylen-Produzenten gehören unter anderem Tomaten, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen. Am besten kannst du das vorzeitige Verderben verhindern, wenn du diese Obst- und Gemüsesorten getrennt aufbewahrst.

Zu viel eingekauft? Sowohl Gemüse als auch Obst lassen sich gut einfrieren oder einkochen. In Essig oder Öl eingelegt sind Gemüsereste ebenfalls länger haltbar. Wie das funktioniert erfährst du hier.

Auf Hygiene und Kühlung achten

Um mit der richtigen Lagerung eine maximale Haltbarkeit zu erreichen, ist es wichtig, auch auf die notwendige Hygiene und Kühlung zu achten – und damit beginnt es bereits im Supermarkt. Wenn Lebensmittel über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden sollen, kann man schon beim Einkaufen auf unversehrte Verpackungen achten und lose Lebensmittel genau betrachten. Bei gekühlten Lebensmitteln ist eine durchgängige Kühlung besonders wichtig, da sich Keime bei Wärme schnell vermehren können. Für den Transport eignen sich daher spezielle Kühltaschen. Tiefkühlware oder leicht Verderbliches sollte am besten erst ganz zuletzt in den Einkaufswagen gelangen. 

Beim Einsortieren der Lebensmittel zuhause ist es wichtig, sich vorab die Hände zu waschen, um die Verbreitung von Keimen und Bakterien möglichst zu vermeiden. Um Keime vollständig zu entfernen, sollte man die Hände mindestens 20 Sekunden lang gründlich einseifen. Ebenso wie die Hände sollte auch der Lagerort möglichst sauber sein. Vorratsschränke und Regale sollten deswegen regemäßig ausgewischt werden. Neben dem Spülschwamm bietet der Kühlschrank die größte Keimgefahr. Besonders das Gemüsefach solltest du regelmäßig auswischen, denn in Pflanzenresten vermehren sich Mikroorganismen besonders gut. Zum Saubermachen eignen sich warmes Wasser und etwas Reinigungsmittel, ein Schuss Essigessenz beugt darüber hinaus Schimmel vor. 

Weitere Tipps und Tricks rund um das Thema Hygiene bei Lebensmitteln findest du in unserem Schwerpunkt „Richtige Küchenhygiene schützt dich und deine Lebensmittel“. Mehr zum Thema Kühlschrankhygiene hier.

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